Um die Sportart Gewichtheben ranken sich verschiedenste Mythen und viel Halbwissen. Die häufigsten dieser Thesen werden wir nun kritisch hinterfragen:

Mythos: Gewichtheben macht den Rücken kaputt.
Fakt: Falsch! Gewichtheber sind dafür bekannt, eine sehr kräftige und starke Rückenmuskulatur aufzuweisen. Die Rückenmuskulatur, des Gesäßes und der Beine sind die Muskelgruppen, die am meisten beansprucht werden beim Gewichtheben. Eine durch Training gestärkte Rückenmuskulatur schützt sogar die Wirbelsäule und die Bandscheiben vor Verletzungen und beugt Rückenschmerzen vor.
Sportler, welche vom Gewichtheben Rückenschmerzen erhalten, haben eine unsaubere Technik und sollten mit wenig Gewicht arbeiten um zu allererst die Technik zu perfektionieren um keine gesundheitlichen Schäden davon zu tragen. Gewichtheben zu lernen ohne professionelle Anleitung kann sehr gefährlich und mit längerfristigen Folgen verbunden sein.
In unserem Training und vor allem im Kinder- und Schülertraining achten wir sehr auf die Qualität der Bewegungen und lassen keinen Sportler mit schlechter Technik an hohes Gewicht. Es geht uns darum, einen Sport auszuüben, der auch langfristig und ohne gesundheitliche Konsequenzen ausgeübt werden kann, weswegen bei schlechter Technik sehr strikt das Training verändert wird, bis keine Verletzungsgefahr mehr besteht.
Mythos: Gewichtheben macht Gelenke und Knochen kaputt.
Fakt: Falsch! Krafttraining und insbesondere Gewichtheben stärkt die Muskulatur und führt wissenschaftlich erwiesen zu einer Verdichtung der Knochen von bis zu 40 % gegenüber Untrainierten. Auch die Gelenke werden gestärkt. Bei bspw. Sprüngen von 1 Meter Höhe auf den Boden werden die Kniegelenke viel mehr belastet als durch ein Kniebeuge. Bei höhen Gewichten werden von Heber Bandagen genutzt, um Verletzungen oder Überbelastungserscheinungen zu vermeiden. Bei falscher Technik oder ungünstigen Ausweichbewegungen können selbstverständlich Verletzungen an Gelenken vorkommen.
Mythos: Gewichtheber sind alle dick.
Fakt: Falsch! Es gibt unterschiedliche Gewichtsklassen und somit alle Art von Möglichkeiten. Die schwersten Gewichtheber sind grundsätzlich die bekanntesten, da in dieser sog. "Super-Schwergewichtsklasse" die höchsten Gewichte bewältigt werden und diese somit am Interessantesten für das Publikum und die Medien sind. Gewichtheben ist eine sehr intensive Sportart, da sämtliche Muskulatur der Körpers mit einbezogen wird, weswegen sie sich auch sehr gut fürs Abnehmen eignet.
Mythos: Durch Gewichtheben bleiben Kinder klein, weil sie das Gewicht der Hantel in den Boden herein drückt.
Fakt: Quatsch! Im Kindertraining wird sehr auf die Qualität der Bewegungen und die Beweglichkeit der Kinder geachtet. Das Gewicht ist deswegen gering. Zu Beginn werden die Bewegungen erst einmal mit einem Besenstil geübt, damit die Kinder eine saubere Technik erlernen können.
Eine Sprung vom Baum oder Richtungswechsel im Rennen weisen bspw. eine sehr viel höhere Kraftwirkung als eine Kniebeuge mit 20 Kg auf. Es geht im Kinder- und Schülertraining darum, das Gewichtheben in sauberer Technik zu erlernen. Erst im voll ausgewachsenen Zustand darf mit schwerem, systematischem Training zur Erhöhung der Muskelmasse und Maximalkraft angefangen werden.